Pressestimmen zu Autodrom

Autodrom F: Burla

Tank dich voll, dröhn dich zu

Das Stück - formal eine Karambolage aus Musical, Slapstick und Tragödie, inhaltlich eine Fahr unter die Haut der Automobilisten - entgeht der Beliebigkeit allein schon durch die Qualität der Musik. Zur Truppe gehören nämlich einige der besten Musikerinnen und Musiker der Schweizer Popszene... Der Soundtrack ist mehr als ein Schmiermittel. Eher schon der Motor. ... Autodrom geht als das erste Stück von Mass & Fieber in die Geschichte ein, das man nicht nur genüsslich konsumiert, sondern auch versteht.

Sonntagszeitung / 16.11.2003 / Christian Hubschmid


Nie mehr aussteigen. Hallelujah!

Wie in allen Mass & Fieber-Produktionen spielt auch diesmal die Musik eine entscheidende Rolle. Da gibt es "Messias"-Zitate und die Punknummer "Warm Leatherette", doch im Zentrum steht der "Endzeit-Walzer" ... bereits im Probenstadium ist dieser Song so gewaltig, dass sich allein schon seinetwegen fürs "Autodrom" Schlange zu stehen lohnt.

Tagesanzeiger Züritipp /13.11.2003 / Thomas Bodmer


Der Hyundai ist mein Hirte...

Der Schweiz intelligentestes Theaterkollektiv, Mass & Fieber um Autor und Regisseur Niklaus Helbling, hat sich mit Gags und Gas des Mensch-Auto-Verhältnisses angenommen ... Mass & Fieber gehen an den Start in der wie immer hochpotenten, siegessicheren Aufstellung ... Die ERfindung des Rades führt den Menschen wieder ins Wasser zurück, ein schöner (r)evolutionärer Gedanke ... Applaus für die Choreografie von Salome Schneebeli ...

Neue Zürcher Zeitung /17.11.2003 / Daniele Muscionico


Der Mensch lenkt, das Auto denkt

Vier Musiker und fünf Schauspieler singen, tanzen, schwadronieren, rezitieren und purzeln im Versuchslabor als Car Crash Dummies durcheinander, um kaum einen Aspekt des Phänomens Auto auszulassen: von der technischen Perfektionierungswut über die ökologische Katastrophe bis zum Unfalltod von Jackson Pollock und Lady Di... Daraus entstand ein Theaterabend, der sich über eine Phänomenologie des Autos hinaus bis zu den großen Fragen des Woher und Wohin vorwagt...

Aargauer Zeitung / 17.11.2003 / Marlene Halter


Der Mensch mutiert zum automobilen Reptil

Der evolutionäre Zyklus ist geschlossen, die Welt ein Auto - "nie mehr aussteigen, hallelujah!" Der Regen am Schluss ist dem Motorengeräusch des Anfangs zum Verwechseln ähnlich. Natur ist, was man daraus macht, und sei es ein Auto. ...

Verschiedene / 17./18.2003 / Günther Fässler


Leider nur Blechschaden

So oft ist das Auto auf Theater- und Kabarettbühnen vorgeführt und verkratzt worden, dass die Wahl von Mass & Fieber schon wieder Mut verrät...

Tagesanzeiger / 17.11.2003 / Peter Müller


Theater auf der Überholspur

... das hat Drive und Witz und überzeugt vor allem durch den ungebremsten Einsatz der neun Spielerinnen und Spieler. Bei aller noch so auf Brüche getrimmten Spielweise, bei allem noch so groteskem Humor vermag dieser schräge Abgesang auf die freie Fahrt des freien Bürgers leise und mitnichten moralisch auch Aktualität zu thematisieren – und dies nicht zuletzt durch die Musik. Das Theaterteam um Regisseur Niklaus Helbling kurvt 110 Minuten lang souverän zwischen Gesellschaftskritik, Metamorphose und Trash umher. Die Längen im Stück sieht man ihm dabei gerne nach. Denn die Seligkeit – die muss bekanntlich warten.

DRS2 aktuell / 17.11.2003 / Kaa Linder

Menschenparkplatz

Auch Autodrom, das nun im TAT in Frankfurt zu Gast ist, gibt sich mit seinen Musikeinsätzen, dem Band-Equipment und den kurzen Choreografien auf weiter, ungerahmter Bühne wie ein Mischung aus Hamburger und Marthaler Schule ... ein bemerkenswertes Potential ...

Frankfurter Rundschau /14.02.04 / Florian Malzacher

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Ausgewalzter Theorienudelteig

Immerhin ringt Mass & Fieber den Gemeinplätzen zur Geschwindigkeit, zu Ersatzreligionen und Endzeitdämmerungen durch einen kruden Mix von szenischem Spiel, skurrilen Kostümen, Showtänzen, mehrstimmigen Gesängen und sehr eingängiger, gut gespielter Popmusik neue Facetten ab. Die Gruppe leidet an Phantasie...

FAZ Sonntagszeitung / 15.02.04 / Eva-Maria Magel


Satirisches Loblied aufs Automobil

Das Schweizer Theaterkollektiv "Mass & Fieber" entfesselt in seinem Multimedia-Theater "Autodrom" einen sarkastischen, manchmal saukomischen Tanz um den goldenen Golf... das Zweistundenstück erweist sich als rasante Mischung aus Songs, satirischen Szenen und parodistischem Spiel mit Theaterformen.

Hamburger Abendblatt / Ostern, 10.-12. April 2004 / -itz


Apokalyptische Sümpfe

Laut ihrer Webseite pfeifen die Macher von Mass & Fieber bei der Arbeit. Diebisches Vergnügen war der Schweizer Theatergruppe auch bei ihrem Gastspiel mit der Theaterperformance "Autodrom" im Thalia an der Gaußstraße anzumerken... Niklaus Helbling blieb seiner Devise treu: Theater, Theater, Theater und immer an die Zuschauer denken. Die fordert er gerne intellektuell heraus.... Als Corpus Delicti hat er sich diesmal die wunderbare Welt des Automobils vorgenommen. "Autodrom" ist eine durchgedrehte Mensch-Maschine-Karambolage. Eine Farce über fanatisierte Automobilisten. Und eine Endzeitvision... Musik liefert bei Mass & Fieber stets mehr als nur den Treibstoff. Ihre bittersüßen Songstrukturen in Hits wie "Endzeit Walzer" oder "Warm Leatherette" können es mit internationalen Popgrößen aufnehmen... Ihrer Devise, keine Geschichten erzählen zu wollen, ist die Truppe auch in "Autodrom" treu geblieben. Stattdessen weben sie ein Geflecht aus Assoziationsfeldern, Texten, Geräuschen und Musik. Es ist ein Wenig wie mit den Längen in den Stücken von Christoph Marthaler: Spieltrieb und Können der Akteure verbinden sich zu einem so reizend subversiven Gemälde, dass man sie dafür einfach lieben muss.

die taz / kultur hamburg / 14.04.04 / Caroline Mansfeld