Battle Angel Bambita / F:BFuchs

"Bambifikation",
produziert vom Deutschlandradio Berlin unter der Regie von Katrin Moll und den Autoren, führt auf wunderbare Weise vor, was alles passieren könnte, wenn man nichtsahnend das Radio einschaltet. ... Atemlos berichtet der Zusammenschnitt in Spielszenen, Tonbandstimmen und Gesangseinlagen davon, wie die rehschlanke Indianerprinzessin Pocahontas für eine Weile Frieden zwischen roten und weißen Männern stiftete, dass Bambi eigentlich ein Junge war und was wohl geschehehn wäre, wenn er auf dem Walfänger des Kapitän Ahab angeheuert hätte. "The whole world loves Bambi, but the forest strikes back." Das kann nur auf eine Weise enden: k.o. durch Karaoke. "Merci Vielfalt" seufzt der bambifizierte und Reklame-infiltrierte Zuhörer. Schöner und ergriffener ist man vor dem Radio lange nicht mehr zu Boden gegangen."

FAZ, 16. Januar 2001, Frank Kaspar

 

Das Reh als roter Faden:
Darauf ist Verlass. Auf mehr nicht. Alles ist bunt, alles ist Pop und Rock, bis der Albtraum immer mehr durchbricht. Es macht so viel Spaß, dass es schmerzt."

Rheinische Post, 26. Februar 2000, Andrea Militzer.

 

Was Frontfrau Fabienne Hadorn
und ihre Kollegen Markus Schönholzer und Bo Wiget in knapp zwei Stunden "Bambifikation" abziehen, ist Teenie-Hysterie und Pseudo-Pathos auf höchstem Niveau. Keine liebliche Erinnerung aus frühen Tagen bleibt unzerschlagen."

LVZ 18. Februar 2000, Michael Freundt.

 

"BAMBI-EPIDEMIE BREITET SICH RASANT IN DEN SOPHIENSÄLEN AUS"

Schlagzeile Berliner Morgenpost, 17. Februar 2000

 

Auch als Verwandte der Prostituierten
Josefine Mutzenbacher wird Bambi vorgeführt, die der Wiener Schriftsteller Felix Salten ebenso erfand wie das gescheckte Spring-im-Wald. Breitbeinig, mit Lederjacke und auf italienisch geht die jung, begnadete Komödiantin Hadorn der Frage nach, ob Bambi vielleicht ein Junge sei. Und führt in einer hinreißenden Nummer vor, zu welch ekligem Super-Macho sich das niedliche Tierchen dann entwickelt haben könnte.
Ausgestattet ist die wunderbar verspielte Bambi-Version mit einer Fülle bewusst schlichter Accessoires, wie um den Protzigen oberflächenglanz der zitierten Filme und der angeschlossenen Merchandising-Industrie zu unterlaufen. Einfache Musikassetten werden in einfache Abspielgeräte gesteckt, und der rauschende Klang wird dann per herangerücktem Standmikrophon ein bisschen verstärkt. So leicht kann Theater sein, und so gut, nicht aus Plastik, aber ganz aus Kunst-Stoff.

FAZ Berlin, 17. Februar 2000, Irene Bazinger.

 

Man wünscht der spielfreudigen Truppe,
dass sie ihren nächsten Gegenstand ernster nimmt. Dann wird es auch lustiger."

Berliner Zeitung, 17. Februar 2000, Henrike Thomsen

 

Die Geschichte von Bambi,
dem ewig süßen Reh, als Sündenfall der Postmoderne, als Metapher für die künstliche Welt, die in unser aller Köpfen die reale Welt zu ersetzen beginnt - nichts Geringeres abzuhandeln hat sich die Truppe um Niklaus Helbling und Martin Ganrenbein vorgenommen. "Bambifikation" heißt ihre preisgekrönte Theater-Musik-Performance, über das Verhältnis des medien-manipulierten Menschen zur Natur in den Sohiensälen. Ihr Abend schillert in vielen Farben, bleibt aber blass, wo die einzelnen Episoden nicht zu Ende gedacht sind. Etwa wenn Bambita, die zum weiblichen Cyber-Kampfengel Mutierte, schwanger wird und ein Monster gebiert. Hier bricht die Szene mit einer Parodie der Sex Pistols ("Who killed Bambi") ab. Das fabelhafte Bild vom Monster allerdings bleibt vage in der Luft hängen."

Die Welt Berlin, 22. Februar 2000, JM.

 

Dass die Plastikwelt
mit Simulation und Wahnwitz zu tun hat, qualifiziert sie zum Sujet postdramatischer Anstrengungen, zwischen Theater, Performance und multimedialer Installation ... Doch "Bambifikation" erschöpft sich weder in eitler Selbstbezüglichkeit, noch drangsaliert es die Zuschauer mit der Suggestion, dass in ihren Köpfen aus dem postmodernen Wort- und Bildermüll eigentlich etwas entstehen müsste. Das Szenario ist ein schlichtes Kinderzimmer ... und da Kinderspiele Gesetzmässigkeiten folgen, denen mit Logik schwerlich beizukommen ist, sollte man ganz einfach aufhören zu denken. Dann ist "Bambifikation" von einer Anarchie, Konzentration und Kompromisslosigkeit wie nach der Kinderzimmerzeit so ziemlich gar nichts mehr im Leben."

Der Tagesspiegel Berlin, 19. Februar 2000; Christine Wahl

 

Bambi, "das bin ich",
sagt Fabienne Hadorn, die Wandelbare, die Wunderbare. Sie fährt als Reh zur See. Sie gibt das Kitz als Kid mit Cabrio ... Der Ritt mit dem Reh ist höchst professionell gemachter, starker Schwachsinn, ist Show und Slapstick. "Gott ist tot, es lebe die Mülltrennung", meint Bambi. Und man kann nur ergänzen: Das Zürcher Theater hat den Schrott der schönen, neuen Bambi-Welt flott und absolut sehenswert recyclet."

NRZ, 24. November 1999; Christof Wolf

 

Dem Stück gelingt ein Drahtseilakt
zwischen Kulturpessimismus und fröhlichem Pop. Witziger und zugleich beißender kann eine Satire auf die Infantilisierung der Gesellschaft kaum sein."

Ruhr Nachrichten Bochum, 22. November 1999,kws.

 

Die hervorragenden Darsteller
boten ein zweistündiges Programm, das den Zuschauer zittern ließ. Das Lachen erstickt die Tränen ... Am Ende muss Bambi sterben, aber die Frage "Who killed Bambi?" hallt lange nach."

WAZ Bochum, 23. November 1999,ch.

 

"Warum dieses Stück
die Antwort des Theaters auf die Gesellschaft des 20. Jahrhunderts sein soll, bleibt im Dunkeln."

WAZ, 19. November 1999, Mö.

 

"Bambifikation"
ist der seltene Glücksfall, dass drei begnadete Bühnenakteure auf ein anregend intelligentes und witziges Konzept (Niklaus Helbling, Martin Gantenbein) treffen. Da genügen dann ein Fön und eine bunte Decke, um genau die Bilder ins Bewusstsein zu rufen, die es für einen weisen Indianerhäuptling braucht. Zwei Papierstreifen machen aus Bambi - je nachdem, ob auf Wange oder Lippen geklebt - Pocahontas oder Josephine Mutzenbacher.
Am Ende der Vorstellung haben sich mit minimalen bühenentechnischem Aufwand die Bilder und Töne zur stimmigen Archäologie eines Popmythos gefügt, das assoziative Regiekonzept ist aufgegangen. Wo die Kulureliten den Aliens der Popmythen gern ihr "We've got to blow the ship" entgegenrufen, setzen Mass & Fieber ein Bambi nach dem andern in die Welt, und das Publikum lechzt nach mehr."

Badische Zeitung, 2. November 1999; Jürgen Reuß.

 

Bambifikation,
ersonnen von Niklaus Helbling und Martin Gantenbein, ist ein Abend, der mit großer Leichtigkeit, hingegen nur scheinbar unambitioniert strukturelle Unterhaltung, Pop-Kitsch und kultur-kritischen Diskurs verbindet. Fassungslos machende Albernheiten können hier mühelos bestehen, weil zwischendurch immer wieder aufrichtige Kinderzimmer-Traurigkeit behauptet wird. Fabienne Hadorn besticht dabei als ungemein energiegeladenes Allroundtalent (...) Sie wird akkompagniert von zwei Jungs in Schlafanzügen, Markus Schönholzer und Bo Wiget, die oft musizieren: mit Cello, Kindergitarre, Banjo und Billigst-Keyboard. Schönholzers Gregory-Peck-Parodie als Kapitän Ahab ist darüber hinaus bemerkenswert."

taz hamburg. 7. Oktober 1999; Ralf Poerschke

 

BAMBI ADE
Jetzt auch am Theater Spektakel umjubelt: "Bambifikation", das Kultstück der Schweizer Gruppe Mass & Fieber.
Am Schluss knallt es doch, wie befürchtet. Auch Bambi, das Rehkitz mit den verstellbaren Lauschern, muss sterben. "Who killed Bambi?", fragen böse die Brüder des niedlichen Tierleins und ziehen drohend ihre Pyjamahosen hoch. Aber so genau wollen sie es gar nicht wissen. Vielleicht stirbt Bambi bloss, weil jede Kindheit einmal ein Ende hat.
Wer zu viel fragt, muss sich in diesem Langenthaler Kinderzimmer der Achtzigerjahre hintersinnen. Jeder analytische Zugriff gleitet an den Lianen des importierten Plastikdschungels made in USA ab. Viel besser ist es, man überlasst sich einfach der assoziativen Collage von Niklaus Helbling und Martin Gantenbein. So macht der Müll-Mix aus Songs, Videos, Sprechblasen und Mikrodramen zunehmend Spass.
Kein bisschen mehr wundert es dann noch, dass Bambi und Josefine Mutzenbacher, die zwei gegensätzlichen Geschöpfe des Schriftstellers Felix Salten, miteinander im Kinderbett fummeln. Sciencefiction und Waldsterben, Verkehrserziehung und Moby Dick passen genauso zusammen wie der wild gegen die AKW ankratzende Franz Hohler und Disneys grunzender und quietschender Geschäftsbericht. Die Wüste lebt.
Und droht doch einmal Trockenheit, ist da immer noch Fabienne Hadorn. Die junge Schauspielerin, assistiert von den Musikern Markus Schönholzer und Bo Wiget, hält die zwei Stunden bravourös zusammen. Stark ist Hadorn und wunderbar gebrochen. Ob sie Frank Sinatra, Nina Hagen oder einen Italo-Schweizer aus Oerlikon parodiert, immer bleibt ein Rest. Der Spott verdrückt eine Träne, und im weidwunden Rehblick glimmt Ironie.

Tages-Anzeiger, 23.8.1999

 

ZÜRCHER THEATER SPEKTAKEL
Den absturzgefährdeten Grenzgang zwischen Trash und Talentschau sichert der Zürcher Dramaturg Niklaus Helbling, der seine Karriere am Hamburger Thalia-Theater letztes Jahr zu Gunsten subversiver Tätigkeiten im Untergrund aufgegeben hat. Mass & Fieber, das sind aber auch Martin Gantenbein, Schlagzeuger und Crossover-Musiker, der ungezählten Inszenierungen den ultimativen Puls gegeben hat; Markus Schönholzer, der genial-erfinderische Singer/Songwriter; Bo Wiget, Cellist und Charakterkopf von hohlerschem Zuschnitt, und die junge Fabienne Hadorn, die laut der «Neuen Zürcher Zeitung» «den Abend zur eigentlichen Party macht. Als Girlie Bambi ist sie das Maskottchen mit waidwundem Blick und staksigen Bewegungen, das man reflexhaft ins Herz schliesst (...) Achtung, Reh an Bord, heisst das Abend-Motto und: Streicheln erwünscht». (nominiert für den ZKB-Förderpreis)

züritipp special: Programmheft Zürcher Theater Spektakel

 

FÖRDERPREIS DER INTERNATIONALEN BODENSEEKONFERENZ
Aufregendes Statement jugendlicher Befindlichkeit, die Videokonsum und Kinderzimmererlebniswelt raffiniert umsetzt. Ein intelligenter Theaterabend mit einer herausragenden Schauspielerin, die neben guter musikalischer Gestaltung heutige Mechanismen aufs Korn nimmt. Underdogs, Coolness, switchen, zappen, Code-Info stehen auf dem Prüfstand.

Begründung der Jury, 21.8.1999

 

STÖCKELSCHUH MIT PFERDEFUSS. "AUAWIRLEBEN" IN BERN
(...) Und die Schweiz? Dem Festival, das seine Blickrichtung dieses Jahr gegen Norden wandte - oder wenden musste, weil an jungen, unbekannten Autoren interessiert -, war nur eine Produktion aus heimischem Lande gut genug, um als innovativ durchzugehen: «Bambifikation» von Niklaus Helbling und Martin Gantenbein (...). Der rehkranke Abend, der in Zürich während Wochen als Strassenfeger funktionierte und auch in Bern einen Triumpf feierte, hat gezeigt, dass auch in der Schweiz satirisch-subversives Theater möglich ist. Im Fall von «Bambifikation» entstand es sogar auf einer subventionierten Bühne, dem Theater an der Winkelwiese. Dass dort die freie Szene als Klassenfeind ausgedient hat und längst als Reservoir funktioniert für neue Talente, ist selbstverständlich.

Neue Zürcher Zeitung, 19.5.1999

 

REHÄUGIGES FÜR HOCHSEEFREUNDE
(...) Die zwölf Szenen gleichen einer 12-inch, einer Maxisingle aus anachronistischem Vinyl. Denn gemischt und verwoben wird dauernd, aber der Groove ist tanzbar, in den einzelnen Spuren zumindest nie kryptisch entstellt. Es gibt zwar Tape Recorders, Filme, viel Musik und Vorträge, aber das Live-Handwerk - dies der Anachronismus - wird nie geleugnet. Hadorn zeigt Energie und Technik, als würde sie an allen Theatern dieser Welt gleichzeitig vorsprechen wollen, und die Jungs machen selbst in den reduziertesten Arrangements klar, dass ihre Musik bestechen will. Bambijumping macht Spass, wenn auch nur nach der Arbeit.

die tageszeitung, 18.5.1999

 

WILLKOMMEN IM BAMBILAND
Bambi ist überall, und auch über dem Toilettenschild des Schlachthauses sitzt ein rehbraunes Kitz und äugt auf sein Publikum, das seine Begeisterung im spontanen Szenenapplaus bezeugt. Am Schluss ist Bambi tot; ist nur noch Asche, die aus der Urne geschüttet wird. Begleitet vom Song «Who killed Bambi?» der Sex Pistols, gesungen von Fabienne Hadorn, Markus Schönholzer (Gitarre Banjo) und Bo Wiget (Cello, Geige). Dazwischen gibt es zwölf Lektionen, Bambi in allen Variationen, präsentiert im schnellen Szenenwechsel. (...) Die Referenzen sind teilweise witzig und pointenreich inszeniert, manchmal aber wirken sie allzu gesucht, so dass die einzelnen Szenen auseinanderfallen und man sich fragt, was sie eigentlich zusammenhält. (...) Zu disparat sind die einzelnen Szenen, die man beim besten Willen nicht auf eine Reihe kriegt, obwohl Bambi eigentlich Klammer genug sein sollte. Nur: Wer ist Bambi?

Der Bund, 12.5.1999

 

BAMBIS BALSAM FÜR GENERATION X
Vielleicht ist Zürich doch noch nicht in Routine erstarrt, vielleicht müssen nicht alle Träume an der maskenhaften Starre erkalteter Schönheiten zerbrechen, die ihre kindliche Seite dem Zwang zu «fashion and fun» geopfert haben. Niklaus Helbling bringt (...) eine frische Brise in die Stadt, und man freut sich wieder einmal, am Leben zu sein, das Leben dank des Theaters neu entdecken zu können. (...) Und dann wurde ganz einfach das Theater neu erfunden. Es wurde an seine Quelle zurückgeführt: in jene Zeiten, wo man Kinderzimmer in Wahnwelten verwandelte, herumtollte und vor Spiellust fast zerplatzte. Fabienne Hadorn ist als androgynes Rehkitz und Grossstadtkid eine Offenbarung, es gelingt ihr, alle Rollen gleichsam verdoppelt zu spielen. (...) Jedes !-Zeichen verbiegt sich vor Lachen in ein ?-Zeichen. Als ob dies die einfachste Sache der Welt wäre, jagen und joggeln der Sänger Markus Schönholzer und der Cellist Bo Wiget um Bambjörk herum. Tolpatschig klempern sie an Martin Gantenbeins irr&witzigen Klangkonstruktionen herum. Am Ende des Jahrhunderts lockert sich das kongeniale Gespann Helbling/Gantenbein zum letzten Mal in dadasophischem Geist. Alles ist möglich, alles ist erlaubt. (...) Das Theater als Wunschmaschine! Wir atmen wieder freier in dieser Stadt, der Frühling naht und die Lust, sich neu in neue Menschen zu verlieben. (...)

Die Weltwoche, 11.2.1999

 

DIE EWIGEN KIDS UND IHR KITZ
(...) Niklaus Helbling (Dramaturgie/Regie) und Martin Gantenbein (Musik) haben die Rehinkarnation von Disneyworld inszeniert - wer hätte gedacht, dass Plastik so lebendig sein kann? (...) Die weltengebärende Fantasie der Bambi-Bambini kennt ohnehin keine Grenzen. Das putzige Rehkitz und die Märklin-Eisenbahn sind nur die Keimzellen der künstlichen Kinderparadiese. Mutter liest aus den herzrührenden Abenteuern des Rehprinzen vor, wir spielen eine Runde «Zeig mir deins, ich zeig dir meins», doch dann hat der Rahmen der Realität ausgedient. Das Bambi-Syndrom ist totalitär und erbarmungslos. (...) «Bambifikation - Plastikmenschen schauen dich an» ist ein multimedialer Vulkanausbruch: Vaudeville, Varieté und virtuose Performance (...). Die hintergründige Massarbeit der schauspielernden Musiker Markus Schönholzer (Gitarre, Banjo) und Bo Wiget (Cello, Geige) ist genau abgestimmt auf den Star des Abends: Fabienne Hadorn ist Naturereignis und Kulturschock, Anmut und Sintflut, Präzision und Wundertüte. (...) «Bambifikation» ist ein Muss - wohl weniger für die Kids von heute als für die dreissigjährigen «ewigen» Kids, die Aufschluss erhalten über ihre bambivalenten Bambitionen. (...)

Zürichsee-Zeitungen, 2.2.1999

 

ICH BAMBI! DU JANE?
(...) Das Theater an der Winkelwiese und die Gruppe «Mass & Fieber» hätten ihren (Kultur-)Lehrpfad der Bambilogie gut und gerne «Wunschkonzert für Bambi» taufen können. Denn das ist er: eine Trash-Hitparade als Low-Tech-Ereignis mit High-Fidelity-Qualität. Mal softe Pyjama-Party, mal Märchenstunde mit hartem Ausschlag in den Rock-Bereich, ein kulturkritischer Kreuzzug und Delirium auf der nach oben offenen Kitsch-Skala. (...) Couplands Bambi-Syndrom ist ein wirkungsloses Konstrukt aus dem Lifestyle-Labor, der Hadorn/Schönholzer/Wiget-Virus hingegen tatsächlich gefährlich: sein Suchtpotetial liegt im Charme dreier Ausnahmetalente.

Neue Zürcher Zeitung, 1.2.1999

 

BAMBIJUMPING
(...) Mühelos, wie es nur in einem Kinderzimmer möglich ist, wird der Bambi-Mythos zerpflückt, erweitert und neu arrangiert als Pyjama-Party und veritables Bambijumping auf Gemüsekisten und Plastik und einem zerwühlten Sofa (Bühnenbild: Dirk Thiele). Ein hemmungsloses, als Agenten-, Karaoke-, Totfahr-, Indianer-, Doktor- oder Apokalypse-Spiel maskiertes Recycling von Bild, Text und Klang gewordenem Kulturgut, kurz: eine Renaissance Bambis als Pop-Ikone. (...)

züritipp, 29.1.1999