pressestimmen zu FALL OUT GIRL

–> "Denn wer Thüringens abgefahrene postapokalyptische Rock-Revue erlebt hat, wird noch seinen Enkeln von jenem Abend erzählen, als Pikachu in den Himmel aufstieg und sich die Tore zum Endlager Kyffhausen öffneten." (Dresdner Kulturmagazin)

–> "Substantielle Gesellschaftskritik als verstörende Party... davon sollte es wahrlich mehr geben an deutschen Theatern." (Nachtkritik)

–> "Hingehen! Unbedingt! Freunde mitnehmen!" (Avant Art Festival Blog)

Tobias Prüwer in Kreuzer online, 20. März 2013
(Abeilung <Vorankündigungen, wie wir sie gerne mögen>)

http://kreuzer-leipzig.de/2013/03/20/atomschlag-auf-der-a4/

Der Tagesspiegel: Christine Wahl, 19.11.2012

Thüringen Leuchtet
So beherzt werden die Genres im Theater selten gemixt: Fall Out Girl, eine Theaterkreation der Gruppe Mass & Fieber Ost unter der Regie von Niklaus Helbling, schert sich nicht um die erstaunlich intakten Grenzen zwischen Hoch- und Unterhaltungskultur...http://www.tagesspiegel.de/kultur/spielsachen-thueringen-leuchtet/7395192.html

Avant Art Festival Blog: Kay Gürtzig, 26.10.2012

FALL OUT GIRL: Bitte Mehr Davon!
...Wieviele Zeichen habe ich hier noch? Denn ich möchte so viele schöne Beispiele aus dieser Roadshow wiedergeben, wohl wissend, dass es nicht annähernd den Genuss des eigenen Erlebens dieses wohl zu Recht mit dem Preis der Jury bedachten Kunstwerks ersetzen kann. Deshalb: Wo immer diese radioaktive Theaterarbeit angekündigt sein sollte: Hingehen! Unbedingt! Freunde mitnehmen! [der ganze Text als PDF]

NWZ: Regina Jerichow, 15.10.2012

Mit Madame Curie telefonieren
Aber geradeaus lässt sich das nicht erzählen. Regisseur Niklaus Helbling erweckt den Eindruck, als habe sich die Atomkatastrophe schon ereignet: Es leuchtet giftig bunt, die minimale Handlung springt von einem improvisierten Schauplatz zum nächsten, und die beiden Darsteller, die sich hinter einem mehrfach einsetzbaren Papp-Paravent umziehen, lassen es ordentlich krachen - mit E-Gitarre, Stimme - die von Antonia Labs hat mindestens Musical-Qualität - und Verstärker.
http://www.nwzonline.de/kultur/mit-marie-curie-telefonieren_a_1,0,1511334918.html

Tagesanzeiger, Der Bund: Isabel Hemmel, 30.4.2012

Eine schräge und schrille Atomkraft-Nein-Danke Party
Was für ein Abend! Es schwirrt der Kopf wie nach einer wilden Sause! Gefeiert haben wir zusammen mit Fall Out Girl und Bartleby. Sie, ein neurotisches Energiebündel, hält sich für Mary Jane Watson, die Frau von Peter Parker. Und weil sie das mit dem atomaren Vermächtnis nicht hinnehmen will, sucht sie ihren Spiderman". Der ist schliesslich vom Fach und soll richten, was die Menschheit verbockt hat. Im Schlepptau hat sie Bartleby, einen etwas unmotivierten Comicladenbesitzer und Provinzrocker aus Thüringen. [...]
In Szene gesetzt hat Fall Out Girl" Niklaus Helbling. Zusammen mit zwei multitalentierten Darstellern und dem seit 2011 in Hamburg ansässigen Ost"-Ableger von Mass & Fieber". Der Abend ist deutliche Gesellschaftskritik, verpackt in überdrehtes Poptheater. Und seine Wirkung gleicht einem Kater: Sie entfaltet sich erst so richtig, wenn das Schwirren vorüber ist.
Das ganze zum Lesen als PDF

Kulturkritik CH: Fabienne Schmuki, 29.4.2012

Was von uns bleibt ist Müll
Das Verrückteste an Fall Out Girl sind seine beiden Hauptdarsteller. Scheinbar mühelos finden sich Antonia Labs und Johannes Geisser in der chaotischen Geschichte zurecht, schlüpfen in verschiedenste Rollen, beweisen neben dem schauspielerischen auch ihr musikalisches Talent und eine richtig grosse, erfrischende Portion Humor...
http://www.kulturkritik.ch/2012/mass-fieber-ost-fall-out-girl/

HAMBURGER FEUILLETON: Matthias Schumann, 26.4.2012

even say wunderbar: postatomares Theater mit Mass & Fieber auf Kampnagel
[]Und das alles funktioniert prächtig, es ist bunt, mal laut und mal leise. Die beiden Darsteller lassen es an nichts fehlen, singen und spielen sich lustvoll die Seele aus dem Leib, kaum kommt man einmal zu Atem ob des furiosen Tempos... In einem Land, in dessen Baumärkten die Geigerzähler ausgehen, wenn auf der anderen Seite der Erde ein Atomkraftwerk zerstört wird, ist die Haltung, die dieses Stück zeigt, längst überfällig.

Denn was da so großartig gelingt, ist die Entkleidung eines Dogmas, das sich inzwischen vor allem in Deutschland zu einer allein moralischen Kategorie entwickelt hat. Welche Hoffnungen und Visionen in der noch immer unbekannten Macht Radioaktivität gesehen wurden und welche Vorstellungen und Phobien diese generieren kann, all das ist ja auf der Bühne endlich in beiden Richtungen zu entdecken. Das ist wichtig, spektakulär und vor allem ungemein anregend für die thematische Auseinandersetzung, ohne das große Manko der Vereinnahmung durch dogmatische Fundamentalisten.
http://www.hamburger-feuilleton.de/category/theater/


DRESDNER KULTURMAGAZIN: Martin Krönert, 24.3.2012

Total verstrahlte Rock-Revue - Das Theater Jena gastiert mit Fall Out Girl im Societaetstheater
Fast schon zu beglückwünschen für ihre ausgezeichnete Stückwahl, waren die etwas mehr als zwei Dutzend Zuschauer am letzten Freitag im Societaetstheater. Trotz der geradezu schmerzlichen Leere im Saal, hat das Spielerduo Antonia Labs und Johannes Geißer sich nicht unterkriegen lassen und auch bei der Dresden-Premiere ihrer bundesweiten radioaktiven Roadshow Fall Out Girl zuerst die Bühne und dann das gesamte Publikum zum Strahlen gebracht. Niklaus Heiblings Regiearbeit ist elektrisierendes Papp-Art-Musiktheater mit einem unglaublich charmanten Trashfaktor und malt alles andere als eine schöne, weil postatomare Zukunft.

Auch Fall Out Girl findet nur wenig schmeichelhafte Worte für ihr Schicksal als verstrahlte Erbin der Menschheit. Ihr Freund Bartleby nimmt's da leichter und raucht zur Ablenkung kontaminiertes Gras, dass auf dem Endlager Kyffhausen wächst. Gemeinsam suchen sie nach dem Spinnenmann Peter Parker, der nach einer erfolglosen Fotojournalistenkarriere aus Geldsorgen begann, für einen skrupellosen Genetik-Konzern zu arbeiten und dann spurlos verschwand. Die auf eine faltbare Pappwand gebeamten Geister von Marie Curie und Orson Welles könnten den beiden bei ihrer Suche helfen, doch was haben ein Donald-Duck-Mutant, ein Gatling-Gewehr und Humanoide mit überdimensionierten Geschlechtsorganen zu tun? Und wieso hat Schrödinger noch einmal seine Katze vergiften wollen? In anderthalb Stunden voller Action und witzigen Folk-, Vocalrock- und HipHop-Songs sowie Labs wunderbar ironisch gesungener Arie zum Niederknien, werden diese und viele andere Fragen beantwortet.

Fall Out Girl ist quietschbunt, aufregend, lustig und vor allem herrlich schräg. Jedoch sollte man zumindest in Ansätzen der englischen Sprache mächtig sein, damit man nicht nur Geißers beeindruckend facettenreiches E-Gitarrenspiel, sondern auch den Wortwitz seiner primär englischen Musik-Kompositionen vollends genießen kann. Es soll hier nun noch einmal offiziell an die Dresdner Kulturfreunde appeliert werden, sich ja nicht die zweite und letzte Dresden-Vorstellung entgehen zu lassen. Denn wer Thüringens abgefahrene postapokalyptische Rock-Revue erlebt hat, wird noch seinen Enkeln von jenem Abend erzählen, als Pikachu in den Himmel aufstieg und sich die Tore zum Endlager Kyffhausen öffneten.
http://www.dresdner.nu/reviews/

 

OSTTHÜRINGER ZEITUNG: Marcus Schulze,16.3.2012

Umjubelte Fall Out Girl Premiere in Jena
[]Was absurd und schrill klingen mag, ist letztlich intelligentes "Poptheater" mit einem sehr ernsthaften Kern.. denn durch die Katastrophe von Fukushima ist die atomare Bedrohung wieder verstärkt in das öffentliche Bewusstsein gerückt...Getragen wird das gut 90-minütige Stück von der Vielseitigkeit der beiden Darsteller. Labs, bisweilen manisch-hyperaktiv und mit vollem Körpereinsatz, Geißler hingegen als ausgeglichener, männlicher Gegenpart, der auch zeigt, was er an der Gitarre kann... Zudem mangelt es nicht an Musik: Jimi Hendrix, Bob Dylan oder Henry Purcell ein Höhepunkt, wenn Labs in feinster Klaus Nomi Manier den "Cold Song" interpretiert, sogar ein Rap-Song ist im Repertoire sowie diverse Eigenkompositionen.
http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Umjubelte-Fall-Out-Girl-Premiere-in-Jena-507480569

 

THÜRINGISCHE LANDESZEITUNG: Jördis Bachmann, 16.3.2012

Fall Out Girl feiert in Jena Hochexplosive Premiere
[]Um all die herrlich verflochtenen Geschichten zu erzählen - von "Schrödingers Katze", von den Tieren, die sich in Tschernobyl wohl fühlen, von Barbarossa und dem Kyffhäuser - braucht es auf der Bühne nicht mehr als eine Handvoll Requisiten, einen vierteiligen Pappaufsteller, einen übergroßen, aufblasbaren Pikachu und die hervorragenden Videos von Elke Auer. Sie brachte mit ihren Projektionen unter anderem Orson Welles und Hellboy als weitere Spieler auf die Bühne.
http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Fall-out-Girl-feiert-in-Jena-hockexplosive-Premiere-669580132

 

NACHTKRITIK: Christian Baron, 15.3.2012

[]Antonia Labs und Johannes Geißer verkörpern ihre Rollen mit solcher Inbrunst, dass man hier wahrhaftig den Prototyp des längst zum künstlerischen Universalzitat avancierten "seltsamen Paares" vor sich glaubt... Wie die beiden interagieren, ja in ihrer Verschiedenheit harmonieren, ist derart komisch, dass es sogar flachere Pointen zu retten vermag... Letztlich ist es in düster-ernsten Zeiten wie diesen wohl wirklich rebellisch, sich apokalyptisch verbrämten Menschheitsthemen mit viel Frohsinn zu widmen. Denn genau in diesem Sinne funktioniert "Fall Out Girl": substantielle Gesellschaftskritik als verstörende Party. Und davon sollte es wahrlich mehr geben an deutschen Theatern.
http://www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=6697:fall-out-girl-eine-radioaktive-roadshow-von-brigitte-und-niklaus-helbling-am-theaterhaus-jena&catid=38:die-nachtkritik&Itemid=40

 

 


Pikachu on Stage / Bild: Joachim Dette


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