Crew F: AndriPol

 

Der Krieg, das Rote Kreuz und die Schweiz sind auf eigenartige Weise verbunden. Der Krieg ist die dunkle Kammer der Vernichtung und des Fortschritts. Dort gehen die Ritter vom Roten Kreuz hinein, damit die Schweiz sich heraushalten kann. Sie schützen die Opfer des Krieges und halten ihn von der Schweiz fern. Das ist der Schweizer Sonderweg, oder eben: die Neutralität. Das IKRK versteht sich als unabhängig von seinem Standortland. Beharrlichkeit, Unparteilichkeit und Dunants "idée géniale" der Neutralisierung der Opfer haben es zu einem humanitären Global Player gemacht. Welchen Preis aber hat die Diskretion im Angesicht des Krieges? Und die Schweiz? Bleibt sie gefangen in den Mythen der politischen Unschuld, des vom Krieg verschonten Kleinstaats und der diskreten guten Dienste? Gibt es die viel zitierte Neutralität noch?

Schiff F: Andri Pol

Die Arteplage Mobile du Jura wird zur Theaterbühne. RED CROSS OVER ist für ein Schiff geschrieben / für dieses Schiff. Mit einer einmaligen Kulisse: die Postkartenansicht der Schweiz im Jahre 2002. Und das Schiff spielt mit. Als fahrendes Theater wechselt die AMJ innert Sekunden ihren Zustand, wird vom Partyboot zum Flüchtlingsschiff, von einer Piratenschaluppe zum Geisterkahn. Aufbruch in die Dämmerung / Ankunft bei Nacht. Wie bleibt man neutral, ohne angeschwärzt zu werden? Kreuzfahrt tut Not.