DON QUIXOTE

gruppe don quixotesetzt seinen Ursprung an der Fakultät für Kunst und Architektur der Azad University in Teheran, wo 1996/97 einige Studenten beschlossen, Bertolt Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder" zur Aufführung zu bringen. Die Gruppe hatte noch keinen Namen, wurden aber von ihrer Umgebung bald „Die Kinder von Mutter Courage" genannt. Die Proben waren äußerst intensiv, das Ergebnis wurde jedoch von den Theaterbehörden für eine Aufführung abgelehnt. Die Gruppe spaltete sich, die verbliebenen Mitglieder um Ali Asghar Dashti (Regie, Bühnenbild, zeitweilig Text) entwickelten zwei Straßentheater, "Hand & Beinverkäufer" (1999), und "Liebesgeflüster zweier Polizisten hinter einer Verkehrsampel" (2000), die beide im Rahmen des Fadjr Theaterfestivals gezeigt wurden. Ein Puppentheater, "Broken Tent" (2000), wurde am Internationalen Universitätsfestival für Figurentheater aufgeführt, wo es einen Preis für besten Text erhielt.

Ins Jahr 2000 fällt eine Reise von Mitgliedern der Gruppe in das Dorf Ghoodjan (nahe Isfahan), wo sie Aufführungen des traditionellen Taziye Theaters, eine schiitische Tradition religiöser epischer Trauerdramen (ähnlich den Passionsspielen) die mindestens seit dem 16. Jahrhundert existiert, erlebten. Die Erfahrung war bahnbrechend und öffnete der Gruppe einen neuen Zugang zum iranischen Theater.

Das erste Stück mit Taziye-Elementen, das die nun neu benannte „KHAVID Theatergruppe", produzierte, war 2001 ein Stück nach einer Erzählung von Elahi-Name Attar Nayshabouri, das sich auf eine nur für Frauen bestimmte Form des Taziye-Theaters bezieht, in dem komische Ereignisse aus dem Haushalt des Propheten erzählt werden. Das Stück, „ Naghle Shabih Xanie Zan" kam beim Iranischen Theaterfestival für Tradition und Riten zur Aufführung, wo es den Preis für beste Regie erhielt, und wurde einem breiteren Publikum im Sanglaj Theater in Teheran gezeigt. 2004 entstand das Stück „Nacht, Innenraum, Café", parallel begannen Proben im Stil von Taziye für „Der kleine Prinz". „Der kleine Prinz" wurde am Iranischen Theaterfestival für Tradition und Riten und als öffentliche Aufführung im New Hall City Theater in Teheran gezeigt. Es gewann diverse Preise für Regie, Bühnenbild, Teamwork, Schauspieler und Text. Das Stück ist als Buch erschienen. Sechs Monate nach „Der kleine Prinz" wurde „Nacht, Innenraum, Café" in Teheran zur Aufführung gebracht.

In 2004 begannen Proben für das Stück „Don Quixote", nach dem sich die Gruppe schließlich benannte. „Don Quixote" wurde 2005 am Fadjr Theaterfestival und in öffentlichen Aufführungen im Ghashghai Theater in Teheran gezeigt. 2005 wurde DON QUIXOTE vom Theatre House als beste Theatergruppe des Jahres ausgezeichnet. 2007 entstand „Pinocchio", das am Fadjr Theaterfestival, am Art of Asia Festival (Spanien) und am Seidenstraßenfestival in Mülheim (Deutschland) gezeigt wurde, außerdem im Ghashghai Theater in Teheran. Das Nachfolgestück „Mullah Nasraddin" entstand 2008 und wurde 2009 am Fadjr Festival und im Molawi Theater in Teheran gezeigt. 2011/12 zeigte die Gruppe in Tehran ihr Stück:"Don Quixote Repertoire and Introducing Mohsen", zugleich eine Rück- und Vorschau - auch auf die Arbeit in der Schweiz.

Das Manifest der Gruppe entstand mit den acht Kernmitgliedern im Jahr 2008.
Für TELL / ZAHHAK sind die Konzeptköpfe der Gruppe Ali Asghar Dashti (Regie, Bühnenbild) und Nasim Ahmadpour (Dramaturgin). Ausführliche Werkliste im Anhang.

AUS DEM MANIFEST:
DON QUIXOTE sucht nach Wegen, das Theater von der Literatur zu befreien, indem es zeitgemäße und untheatralische Phänomene und Elemente für die Inszenierung ihrer Stücke benutzt. Die Gruppe will neue Möglichkeiten eröffnen, um mit dem Publikum zu kommunizieren und deren Vorwissen spielerisch zu unterwandern. DON QUIXOTE produziert Theater, indem es:
- Die Spieltraditionen des traditionellen iranischen Theaters untersucht, um dessen performative Möglichkeiten im zeitgenössischen Theater zu erproben.
- Sich in der Arbeit auf Texte der Weltliteratur bezieht, um ein Vorwissen des Publikums nutzen zu können.
- Die physische Präsenz des Schauspielers auf der Bühne betont und als Mittel nutzt, um eine konventionelle Idee von „Text" zu ersetzen.

mehr unter: http://www.donquixotescene.com/Plakat Repertoire

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Pinocchio

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